„VISUELLE PRÜFUNG“

 

Bevor eine Gasflasche im Prüfwerk einer Prüfung (Wasserdruck- oder Ultraschallprüfung) unterzogen wird, erfolgt die visuelle Prüfung. Das heißt, optisch wird die Gasflasche auf ordnungsgemäßen Zustand hin überprüft. Bei einer Ultraschallprüfung entfallen oftmals die Arbeitsschritte 1 und 2.

1. Ausdrehen des Ventils, prüfen des Ventilgewindes der Flasche und Entfernen von Resten des Eindichtmaterials (z.B. teflonisiertes PVC Band). Bei Bedarf wird das Gewinde nachgeschnitten.

2. Innenkontrolle der Gasflasche. Prüfen auf inneren Rostbefall, Lochfraß, Ziehriefen von der Herstellung, Fremdkörper und Flüssigkeiten wie Wasser oder Öl. Die TRG765, „Richtlinie für die wiederkehrende Prüfung von Druckgasbehältern durch den Sachverständigen“ gibt hier ganz klare Verhaltensweisen für das Fachpersonal der Prüfbetriebe vor.



TRG 765 3.2.1.2. Äußere und innere Prüfung nach Nummer 4.1.2.

“Die Äußere Prüfung erfolgt an allen Behältern durch den Sachverständigen. Die innere Prüfung durch den Sachverständigen beschränkt sich auf ca. 10% der zu prüfenden Behälter, wobei alle Behälter durch das Fachpersonal des Prüfbetriebes besichtigt sein müssen....”
Die Gasflasche wird mit einer Strahlanlage innen gereinigt wenn Rost oder Verunreinigungen eine optische Beurteilung verhindern.

3. Äußere Kontrolle des Flaschenkörpers, einschließlich Halsring und Flaschenfuß (je nach Bauart), auf Beschädigungen.

4. Aufnahme der Flaschendaten in ein Prüfprotokoll. Hier werden Gas Art, Füll- und Prüfdruck (ggf. Kontrolle des eingeprägten Füllgewichts in Abhängigkeit zum Prüfdruck), Flaschennummer, Baujahr, Bauartzulassung, Hersteller, Werkstoffkennzeichen und Gewicht aufgeführt.

Diese Daten werden mit den Vorgaben z.B. der TÜVIS Prüfgrundlagen TRG 765 und werkspezifischen Listen abgeglichen und falls notwendig bei auszusondernden Gasflaschen jeweils einzeln über deren weitere Verwendung entschieden (Ultraschallprüfung, Verschrottung etc...).
Das Protokoll dient später, zusammen mit dem auf der Flaschenschulter eingestempelten TÜV-Stempel, als Nachweis der durchgeführten Prüfungen.

5. Wiegen der Gasflasche. Hier darf der Gewichtsverlust nicht mehr als 3% vom eingeschlagenen Ursprungsgewicht abweichen, sonst wird, wegen der zu vermutenden Abzehrung des Materials, die Flasche verschrottet.

Nun folgt die entscheidende Prüfung der Gasflasche mittels Wasserdruck- oder Ultraschallprüfung.

 

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