„PROBLEMATIK BEI DER PRÜFUNG VON

DRUCKGASFLASCHEN FÜR TAUCHZWECKE“

 

Die TRG 102, Anlage 1(Technische Regeln Druckgase) gibt eine 2 Jährige Prüffrist für Druckgasbehälter vor, mit der Prägung >Druckluft TG< und auch >Sauerstoff TG< nach TRG 101, Anlage 1.
Die Tauchflasche selbst unterliegt als Druckbehälter dem Gerätesicherheitsgesetz sowie der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG, wobei sich hier keine konkreten Angaben über die Prüfintervalle finden.
Nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), §15 (7) Ziffer 2 ist eine Prüffrist für die Gewichtskontrolle und innere Prüfung von 2,5 Jahren und für die Festigkeitsprüfung von 5 Jahren vorgegeben, mit der Einschränkung, dass diese Verordnung nicht für die im privaten Bereich genutzten Tauchflaschen Gültigkeit hat.
Bis zur Überarbeitung der technischen Regeln durch einen Ausschuss nach §11 des Gerätesicherheitsgesetzes gelten die technischen Regeln jedoch weiter (§27(6) BetrSichV), d.h. weiterhin gelten für Tauchflaschen auch die 2 Jahre Prüffrist nach TRG.

 



Nun zum Kern(problem) des Themas, der eigentlichen Durchführung der Prüfung.

Die Arbeitsschritte zur Prüfung unterscheiden sich nicht grundsätzlich von einem 10 oder 50 Liter Sauerstoff-Druckgasbehälter. Dies verleitet vielfach zu der Annahme, Tauchflaschen Prüfungen sind von jedem Prüfbetrieb der eine Wasserdruckprüfung anbietet durchführbar. Dies trifft aber nur bedingt zu. Denn, die ohne Standfuß und ohne so genannten Halsring ausgerüsteten, Tauchflaschen lassen sich nicht so ohne weiteres mit einer Prüfanlage für Industriegasflaschen fachgerecht prüfen.
Was bei der Wasserdruckprüfung dann noch gerade so zu bewerkstelligen ist, wird bei der nachfolgenden Trocknung und Innenbehandlung der Taucherflasche schon schwieriger wenn nicht sogar unmöglich. Falls es überhaupt gemacht wird.

Als relativ harmlos ist hierbei noch zu betrachten das nicht selten, die für Tauchflaschen typische Lackierung auf Pulverlack- oder Acryllackbasis, durch die unsachgemäße Behandlung, Schaden nimmt. Der Eigner des Tauchbehälters kann dann nach dem nächsten Tauchgang, seiner Flasche förmlich beim Rosten zuschauen, wenn die Lackschäden nur mal so eben ausgebessert wurden.
Kritisch und gefährlich wird es aber, wenn selbst die Sachverständigen, die für die Prüfung und Abnahme zuständig sind, oftmals nicht so recht wissen was es mit diesen „Dingern“ und den dazugehörigen Regelwerken auf sich hat. Das Problem liegt jedoch wohl doch eher beim Tauchfreund der seine „Pullen“ mal schnell und billig geprüft haben will, da er den Freund eines Freundes kennt, der so etwas macht.

Die Verantwortung muss also schon beim Eigentümer der prüfpflichtigen Tauchflasche beginnen, der sich seinen Prüfbetrieb nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch nach der dort gebotenen Qualität und deren Möglichkeiten, auswählt.
Ein Schweißer bringt seine 50 Liter Argonflasche zum Prüfen auch nicht in den nächstbesten Tauchshop, nur weil es dort besonders günstig ist. Verdutzte Gesichter sind Ihm da sicher, jede Wette. Lassen Sie sich beschreiben welche Arbeiten zur Prüfung notwendig werden. Im günstigsten Fall besichtigen Sie die Prüfwerkstatt vor Ort und überzeugen sich selbst!!
Die Verantwortung liegt aber letztendlich auch bei den Prüfwerken die nur das prüfen sollten wozu das Equipment auch angeschafft und ausgelegt wurde. Vorallem muss hier auch das Wissen vorhanden sein, damit man sich auch darüber klar ist, von dem was man da tut.
Dies gilt vor allem für Tauchshops die Prüfungen anbieten, selbst dann, wenn hier nur die Vorarbeiten, wie das Entfernen der Ventile und Ausrüstungsteile, vorgenommen werden und die eigentliche Prüfung woanders stattfindet. Dabei ist zu berücksichtigen, dass auch die demontierten Ventile dem Sachverständigen bei der Prüfung vorzustellen sind. (kleiner Wink an den TÜV)
Der Kunde übergibt sein kostbares Tauchgerät zur Prüfung in der Annahme einer fachgerechten Abwicklung! Schließlich bezahlt er auch dafür!

Informationen, was zu einer sachgerechten Arbeit bei der wiederkehrenden Prüfung von Taucherflaschen incl. Ausrüstung gehört, erhalten Sie unter www.fischer-gase.de.
 
Noch ein Wort zu den Prüffristen. Das Jammern über die relativ kurzen Prüfintervalle bei Tauchflaschen ist mancherorts sehr heftig. Die Vermutung, 2 Jahre Prüffrist gibt es nur um dem Taucher möglichst oft sein Geld aus der Tasche zu ziehen trifft nur für gewissenlose Prüfbetriebe zu. Anhand der obigen Ausführungen wird schnell klar, dass es vornehmlich im Interesse des Tauchers sein muss, dass sein Tauchgerät stets in ordnungsgemäßen Zustand ist. Daher auch die kurzen Prüffristen.
Und einer Taucherflasche sieht man es nun mal in der Regel von außen nicht an, wie es mit der inneren Beschaffenheit bestellt ist.
Wer seinen Tauchtank „Gott weiß wo“ füllen lässt, ist gut beraten, hin und wieder, auch vor dem Ablauf der Prüffrist, das Innenleben des Behälters von einem Fachmann überprüfen zu lassen. Da wird so manch einer seine Überraschung erleben, ob positiv oder negativ.
Hobbytaucher die darauf keinen Wert legen sollten es besser mit Apnoe-Tauchen probieren. Da braucht es keine Luft zum Atmen und auch keinen “vergammelten” Lufttank.

 



 
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